«Schweiz finanziert Terrorismus»

bern. Die Schweiz wird wegen des Gasliefervertrags mit Iran von einer jüdischen Organisation als Financier des Terrorismus angeprangert. Das EDA weist die Kritik zurück.

Nach dem Jüdischen Weltkongress nimmt auch die Anti-Defamation League (ADL) die Schweiz und ihre Aussenministerin Micheline Calmy-Rey wegen des Gasliefervertrags mit Iran ins Visier. In der gestern lancierten Inseratekampagne wird die Schweiz der Terrorismusfinanzierung bezichtigt. «Während die schweizerische Regierung ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen verfolgt, finanziert sie den weltweit führenden staatlichen Unterstützer von Terrorismus», heisst es in den ganzseitigen Inseraten. Laut der ADL-Homepage wurden die Inserate in führenden Schweizer und US-Zeitungen plaziert.

Wie im Zweiten Weltkrieg

ADL-Direktor Abraham Foxman holt in einem Beitrag für den jüdischen Informationsdienst aus und schreibt, die Schweiz scheine im Krieg gegen die islamistische Bedrohung die gleiche Haltung einzunehmen wie während des Zweiten Weltkriegs und während des Kalten Kriegs, nämlich jene der Verfolgung von Eigeninteressen, indem sie sich auf die Neutralität beruft.

CH-Juden gehen auf Distanz

Das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wies auf Anfrage darauf hin, dass die Vorwürfe im bezahlten Inserat nicht den Fakten entsprächen. Der Gasliefervertrag zwischen dem Energiekonzern EGL und der iranischen Gasexportfirma sei mit den Iran-Sanktionen konform, bekräftigte ein EDA-Sprecher. Auf Distanz zur Kampagne ging auf Anfrage der Präsident der Dachorganisation der Schweizer Juden, Alfred Donath. Die Vorwürfe seien «übertrieben». (ap)

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